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Ausbildung
"There may be nicer, smarter and better people than librarians somewhere, but I don't know who they could be."

Denis Horgan

Ausbildung im Bibliotheks- und Informationswesen

Cuspinian, De consulibus Romanorum, 1553, Einband von Petrus Belz

Die Berufslandschaft im Bibliotheks- und Informationswesen ist seit einigen Jahren in einem starken Wandel begriffen. Einerseits nähern sich einzelne Berufe in bestimmten Bereichen immer mehr aneinander an. Oft wird auf dieselben Informationsressourcen zurückgegriffen und gestiegene Dienstleistungserwartungen sowie schrumpfende öffentliche Zuschüsse zwingen immer mehr Bibliotheken ihr Leistungsportfolio auf Bereiche auszuweiten, die früher eher im privatwirtschaftlichen Dokumentationswesen beheimatet waren. Dieser Tasache trägt beispielsweise die Fachhochschule Potsdam mit einem einheitlichen Grundstudium für bibliothekarische, archivarische und dokumentarische Berufe Rechnung. Eine weitere Tendenz ist der Übergang von der verwaltungsinternen zur -externen, d.h. im Regelfall hochschulgebundenen und damit eigenfinanzierten, Ausbildung. So gibt es die verwaltungsinterne Ausbildung für den gehobenen Bibliotheksdienst nur noch in Bayern. Für den höheren Dienst bilden einige Bundesländer gar nicht mehr aus; in Nordrhein-Westfalen ist an die Stelle des staatlich alimentierten Bibliotheks-Referendariats ein dreisemestriger Master-Studiengang an der Fachhochschule Köln getreten. Seit einigen Jahren sind zudem die ehemals speziellen Ausbildungsgänge zum Diplombibliothekar für öffentliche bzw. wissenschaftliche Bibliotheken zu einheitlichen Fachhochschul-Studiengängen zusammengelegt worden. Nach wie vor bilden einige Einrichtungen auf verschiedenen Ebenen aus. Die an der Bayerischen Staatsbibliothek beheimatete Bayerische Bibliotheksschule in München bietet z.B. nach wie vor den klassischen Dreiklang der bibliothekarischen Ausbildung mittlerer, gehobener sowie höherer Dienst an.


Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste (FAMI)

Voraussetzung für die Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste ist in der Regel ein Realschulabschluss oder ein qualifizierender Hauptschulabschluss. Die Ausbildung erfolgt dual, d.h. die praktische Ausbildung findet im Betrieb bzw. der Einrichtung, die theoretische in der Berufsschule statt. Ausbildungsdauer sind in der Regel 3 Jahre, in manchen Ausbildungseinrichtungen besteht für Abiturienten die Möglichkeit, einer auf 2 Jahre verkürzten Ausbildung (z.B. in der Thüringischen Bibliotheksschule Sondershausen). Meist wechseln Praxis und Theorie einander ab, auf 12 Wochen Tätigkeit im Betrieb / der Einrichtung folgen 3 Wochen Berufsschule. Die verwaltungsinterne Ausbildung zum Archiv- oder zum Bibliothekssekretär (mittlerer Dienst) gibt es nur vereinzelt, z.B. in Bayern. Die Vergütung der Assistenten erfolgt bei Angestellten im Öffentlichen Dienst entsprechend der Vergütungsgruppen BAT VIII bis Vc, bei Beamten nach den Besoldungsgruppen A5 bis 9.
Eine zertifizierte Fortbildung zum Informationsassistenten bietet die Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bibliothek in Frankfurt an. Medizinische Dokumentationsassistenten werden vereinzelt an öffentlichen, überwiegend jedoch in privaten Einrichtungen ausgebildet.
Eine Liste aller Ausbildungs- oder Praktikumsstätten - ersteres auch für einzelne Bundesländer - kann beim Berufsverband Information Bibliothek e.V. bestellt werden. Die Websites der verschiedenen Einrichtungen informieren meist auch über die geforderten Voraussetzungen, Bewerbungstermine und Ausbildungsinhalte. Einblick in die jeweiligen Tätigkeitsfelder bieten die folgenden Seiten:

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Diplombibliothekar/in

Die Ausbildung zum Diplombibliothekar findet an Fachhochschulen statt. Die langjährige Trennung der Ausbildungsgänge in öffentliches und wissenschaftliches Bibliothekswesen ist inzwischen weitestgehend aufgehoben. Nachdem die Fachhochschule für das öffentliche Bibliothekswesen in Bonn 2003 geschlossen wurde, existiert mit der verwaltungsinternen Ausbildung zum Diplom-Bibliothekar an wissenschaftlichen Bibliotheken nur noch in Bayern eine von vorneherein spezialisierte Ausbildung. Alle anderen Ausbildungsgänge qualifizieren sowohl für Tätigkeiten an wissenschaftlichen wie an öffentlichen Bibliotheken. Eine Entscheidung über die Ausrichtung fällt der Studierende in der Regel im Hauptstudium.
Die Humboldt-Universität in Berlin bietet darüber hinaus ein Magister- und Promotionsstudium im Bereich Bibliotheks- und Informationswissenschaft an. Als Fernstudium in diesem Magisterstudiengang findet derzeit ferner derzeit ein Modellprojekt zwischen dem Zentrum für Fernstudien und universitäre Weiterbildung (ZFUW) der Universität Koblenz-Landau und dem Institut für Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) statt. Das Präsenzstudium im ersten Hauptfach findet in der Universtät Koblenz-Landau statt, das zweite Hauptfach wird im Fernstudium bei der HU belegt. Nach der Schließung der genannten Einrichtung in Bonn sowie der Einstellung des Lehrbetriebs an der Bibliotheksschule in Frankfurt a. M. existieren derzeit sieben Ausbildungstätten für das Studium zum Diplom-Bibliothekar sowie die Studienmöglichkeit in Berlin. Dies sind im Einzelnen:

Voraussetzung für die Ausbildung sind Fachhochschulreife bzw. Abitur, das Studium dauert 7 bis 8 Semester, die verwaltungsinterne Ausbildung in Bayern 3 Jahre. Die Beschäftigung von Diplombibliothekaren erfolgt inzwischen überall im Angestelltenverhältnis. Eine Ausnahme bildet wiederum Bayern, wo eine Verbeamtung für den gehobenen Dienst erfolgt. Die Vergütung erfolgt für Angestellte nach den Vergütungesgruppen BAT Vb bis BAT III, in Bayern nach den Besoldungsgruppen A9 bis A13. Schwerpunkt der Aufgaben von Diplom-Bibliothekaren an öffentlichen Bibliotheken sind Bestandsaufbau und Bestandsvermittlung. An wissenschaftlichen Bibliotheken liegt der Tätigkeits-Schwerpunkt dagegen eher im Bereich der Bestandserfassung und -erschließung.
Weiterführende Informationen zum Beruf des Diplombibliothekars bieten folgende Links:

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Wissenschaftliche/r Bibliothekar/in

Die Ausbildung zum Wissenschaftlichen Bibliothekar baut auf einem Universitätsstudium im Prinzip beliebiger Fachrichtung auf. Da dieser Beruf jedoch bevorzugt von Geisteswissenschaftlern (Philologen, Historiker) ergiffen wird, herrscht ein gewisser Mangel an Naturwissenschaftlern und Ingenieuren, die momentan tendenziell bessere Chancen für einen Ausbildungsplatz bzw. für eine Stelle haben. Je nach Fachgebiet, v.a. in den Geisteswissenschaften, wird zusätzlich noch eine Promotion vom Bewerber erwartet.
Die Ausbildung ist derzeit im Umbruch begriffen. In den meisten Bundesländern existiert zwar noch die verwaltungsinterne Ausbildung als Referendariat; fast alle Länder bilden jedoch entweder gar nicht mehr selbst aus oder lassen ihre Referendare bzw. Volontäre (Thüringen) an der Bayerischen Bibliotheksschule in München oder per Fernstudium an der Humboldt-Universität in Berlin theoretisch ausbilden. Neben den Bundesländern bildet auch der Bund an der Staatsbibliothek zu Berlin sowie der Bibliothek des Ibero-Amerikanischen Instituts aus. In Nordrhein-Westfalen ist 2002 an die Stelle des Referendariats ein vier Semester dauerndes Master-Studium an der Fachhochschule Köln getreten. Als weitere Möglichkeit zur Qualifikation für diesen Beruf bietet die Humboldt-Universität auch ein vom Referendariat losgelöstes Fernstudium an, dessen Kosten jeder Studierende dann allerdings selbst zu tragen hat. Die beiden letztgenannten Alternativen sind verwaltungsexterne Ausbildungen, in denen man finanziell nicht vom Staat unterstützt wird und nicht die Beamtenanwartschaftszeit erfüllt; d.h. man kann nach der Beendigung der Ausbildung nicht sofort verbeamtet werden.
Informationen zu den drei Einrichtungen für die theoretische Ausbildung:

Grundsätzlich dauert die Ausbildung zwei Jahre und gliedert sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil. Im Referendariat wird man vom Ausschuss des zuständigen Ministeriums einer bestimmten Ausbildungsbibliothek zugewiesen, in der man innerhalb eines Jahres i.d.R. aller Abteilungen durchläft. Die Zuteilung richtet sich nach dem Bedarf der Bibliotheken und dem eigenen Studiengang. Die Praxisphase im Kölner Präsenzstudium dauert ein halbes Jahr und im Berliner Fernstudium zweimal sechs Wochen. In beiden Fällen muss man sich selbst um einen Praktikumsplatz kümmern.
Hauptarbeitgeber sind nach Beendigung der Ausbildung meist grosse wissenschaftliche Universitätsbibliotheken, in denen man als Fachreferent, oft mit zuätzlich Sonderaufgaben oder Projekten augestattet, beginnt. Mit der notwendigen Berufserfahrung kann man sich dann als Dezernent, stellvertretender Direktor und als Leitender Bibliotheksdirektor bewerben. Fachhochschulbibliotheken haben meist nur in der Führungsspitze (Direktor und Stellvertreter) wissenschaftliche Bibliothekare, öffentliche Bibliotheken nur in einigen Großstadtbibliothekssytemen (z.B. in Köln). In Spezialbibliotheken sind wissenschaftliche Bibliothekare ebenfalls eher selten vertreten; die zentralen Fachbibliotheken bilden hier eine Ausnahme. Die Bezahlung erfolgt im öffentlichen Dienst nach den Vergütungsgruppen BAT II bis BAT I und im Beamtenverhältnis entsprechend der Besolungsgruppen A13 bis A16.
Weiterführende Informationen:

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Übergreifende Links und Literatur

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Letzte Aktualisierung: 31.08.2006     Impressum