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"There may be nicer, smarter and better people than librarians somewhere, but I don't know who they could be."
Denis Horgan Ausbildung im Bibliotheks- und Informationswesen
Die Berufslandschaft im Bibliotheks- und Informationswesen ist seit einigen Jahren in einem starken Wandel begriffen. Einerseits nähern sich einzelne Berufe in bestimmten Bereichen immer mehr aneinander an. Oft wird auf dieselben Informationsressourcen zurückgegriffen und gestiegene Dienstleistungserwartungen sowie schrumpfende öffentliche Zuschüsse zwingen immer mehr Bibliotheken ihr Leistungsportfolio auf Bereiche auszuweiten, die früher eher im privatwirtschaftlichen Dokumentationswesen beheimatet waren. Dieser Tasache trägt beispielsweise die Fachhochschule Potsdam mit einem einheitlichen Grundstudium für bibliothekarische, archivarische und dokumentarische Berufe Rechnung. Eine weitere Tendenz ist der Übergang von der verwaltungsinternen zur -externen, d.h. im Regelfall hochschulgebundenen und damit eigenfinanzierten, Ausbildung. So gibt es die verwaltungsinterne Ausbildung für den gehobenen Bibliotheksdienst nur noch in Bayern. Für den höheren Dienst bilden einige Bundesländer gar nicht mehr aus; in Nordrhein-Westfalen ist an die Stelle des staatlich alimentierten Bibliotheks-Referendariats ein dreisemestriger Master-Studiengang an der Fachhochschule Köln getreten. Seit einigen Jahren sind zudem die ehemals speziellen Ausbildungsgänge zum Diplombibliothekar für öffentliche bzw. wissenschaftliche Bibliotheken zu einheitlichen Fachhochschul-Studiengängen zusammengelegt worden. Nach wie vor bilden einige Einrichtungen auf verschiedenen Ebenen aus. Die an der Bayerischen Staatsbibliothek beheimatete Bayerische Bibliotheksschule in München bietet z.B. nach wie vor den klassischen Dreiklang der bibliothekarischen Ausbildung mittlerer, gehobener sowie höherer Dienst an. Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste (FAMI)
Voraussetzung für die Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste ist in der Regel ein Realschulabschluss oder ein qualifizierender Hauptschulabschluss.
Die Ausbildung erfolgt dual, d.h. die praktische Ausbildung findet im Betrieb bzw. der Einrichtung, die theoretische in der Berufsschule statt.
Ausbildungsdauer sind in der Regel 3 Jahre, in manchen Ausbildungseinrichtungen besteht für Abiturienten die Möglichkeit, einer auf 2 Jahre verkürzten Ausbildung (z.B. in der Thüringischen Bibliotheksschule Sondershausen).
Meist wechseln Praxis und Theorie einander ab, auf 12 Wochen Tätigkeit im Betrieb / der Einrichtung folgen 3 Wochen Berufsschule.
Die verwaltungsinterne Ausbildung zum Archiv- oder zum Bibliothekssekretär (mittlerer Dienst) gibt es nur vereinzelt, z.B. in Bayern.
Die Vergütung der Assistenten erfolgt bei Angestellten im Öffentlichen Dienst entsprechend der Vergütungsgruppen BAT VIII bis Vc, bei Beamten nach den Besoldungsgruppen A5 bis 9.
Die Ausbildung zum Diplombibliothekar findet an Fachhochschulen statt. Die langjährige Trennung der Ausbildungsgänge in öffentliches und wissenschaftliches Bibliothekswesen ist inzwischen weitestgehend aufgehoben. Nachdem die Fachhochschule für das öffentliche Bibliothekswesen in Bonn 2003 geschlossen wurde,
existiert mit der verwaltungsinternen Ausbildung zum Diplom-Bibliothekar an wissenschaftlichen Bibliotheken nur noch in Bayern eine von vorneherein spezialisierte Ausbildung. Alle anderen Ausbildungsgänge qualifizieren sowohl für Tätigkeiten an wissenschaftlichen wie an öffentlichen Bibliotheken.
Eine Entscheidung über die Ausrichtung fällt der Studierende in der Regel im Hauptstudium.
Voraussetzung für die Ausbildung sind Fachhochschulreife bzw. Abitur, das Studium dauert 7 bis 8 Semester, die verwaltungsinterne Ausbildung in Bayern 3 Jahre. Die Beschäftigung von Diplombibliothekaren erfolgt inzwischen überall im Angestelltenverhältnis.
Eine Ausnahme bildet wiederum Bayern, wo eine Verbeamtung für den gehobenen Dienst erfolgt. Die Vergütung erfolgt für Angestellte nach den Vergütungesgruppen BAT Vb bis BAT III, in Bayern nach den Besoldungsgruppen A9 bis A13.
Schwerpunkt der Aufgaben von Diplom-Bibliothekaren an öffentlichen Bibliotheken sind Bestandsaufbau und Bestandsvermittlung. An wissenschaftlichen Bibliotheken liegt der Tätigkeits-Schwerpunkt dagegen eher im Bereich der Bestandserfassung und -erschließung.
Die Ausbildung zum Wissenschaftlichen Bibliothekar baut auf einem Universitätsstudium im Prinzip beliebiger Fachrichtung auf. Da dieser Beruf jedoch bevorzugt von Geisteswissenschaftlern (Philologen, Historiker) ergiffen wird, herrscht ein gewisser Mangel an Naturwissenschaftlern und Ingenieuren,
die momentan tendenziell bessere Chancen für einen Ausbildungsplatz bzw. für eine Stelle haben. Je nach Fachgebiet, v.a. in den Geisteswissenschaften, wird zusätzlich noch eine Promotion vom Bewerber erwartet.
Grundsätzlich dauert die Ausbildung zwei Jahre und gliedert sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil. Im Referendariat wird man vom Ausschuss des zuständigen Ministeriums einer bestimmten Ausbildungsbibliothek zugewiesen, in der man innerhalb eines Jahres i.d.R. aller Abteilungen durchläft. Die Zuteilung richtet sich nach dem Bedarf der Bibliotheken und dem eigenen Studiengang.
Die Praxisphase im Kölner Präsenzstudium dauert ein halbes Jahr und im Berliner Fernstudium zweimal sechs Wochen. In beiden Fällen muss man sich selbst um einen Praktikumsplatz kümmern.
Seitenanfang Letzte Aktualisierung: 31.08.2006 Impressum |
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