Startseite Ausbildung Bibliothekswesen BibLinks Geographiegeschichte Logo GeoLink GeoLink

Das deutsche Bibliothekswesen
"To be literate is to possess the cow of plenty."

Motto der Madras Library Association


Das Bibliothekswesen in Deutschland

Nationalbibliothek
Im Gegensatz zu beispielsweise Frankreich oder Grossbritannien existiert in Deutschland kein zentrales Organ, das alle Aufgaben einer Nationalbibliothek wahrnimmt. Die Deutsche Nationalbibliothek erfüllt aber die internationalen Richtlinien, die die UNESCO für Nationalbibliotheken aufgestellt hat. Werke Johannes Chrysostomus, 1613 für Friedrich V. Die Deutsche Nationalbibliothekt sammelt und archiviert jedoch im Wesentlichen deutschsprachige Literatur sowie Germanica (im Ausland erscheinendes, fremdsprachiges Schrifttum über Deutschland) und beides auch erst ab 1913 (Deutsche Bücherei) bzw. 1945 (Deutsche Bibliothek). Das Sammeln, Erschliessen und Archivieren wissenschaftlichen Schrifttums fremder Sprachen und Kulturen bleibt damit in Deutschland den grossen Universalbibliotheken vorbehalten. Als grösste Bibliotheken diesen Typs sind die Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz sowie die Bayerische Staatsbibliothek in München zu nennen.
Für das Fehlen einer mit allen Aufgaben ausgestatteten Nationalbibliothek ist in erster Linie die jahrhundertelange Zersplitterung des deutschen Kulturraumes in zahlreiche Einzelstaaten sowie der förderale Charakter des deutschen Staatswesens in der Neuzeit (mit Ausnahme der Zeit der NS-Diktatur) verantwortlich. Im Zeitalter der Aufklärung begannen viele Fürsten in Europa mit dem Sammeln von Buchbeständen, in erster Linie um Zeitgeist und Intellekt Ausdruck zu verleihen. So entstanden in den Residenzstädten Bibliotheken, die oft bis heute bestehen und nach dem 2. Weltkrieg auf die neugegründeteten Länder der demokratischen Bundesrepublik als Rechtsnachfolger übergegangen sind. In Baden-Württemberg existieren beispielsweise mit der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart (seit 1765) und der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe (seit 1500) zwei Landesbibliotheken, die auf ehemals selbstständige Staaten (Königreich Württemberg sowie Grossherzogtum Baden) zurückgehen.
Durch den Einigungsvertrag von 1990 wurden die Deutsche Bücherei in Leipzig, die Deutsche Bibliothek in Frankfurt a.M. sowie das Deutsche Musikarchiv in Berlin unter Beibehaltung ihrer Standorte zu einer bundesunmittelbaren Anstalt des öffentlichen Rechts zusammengeführt. Unter dem Namen „Die Deutsche Bibliothek“ wurde für die vereinte Einrichtung Deutsche Bibliothek/Deutsche Bücherei Frankfurt a.M. als Sitz Generaldirektors festgelegt. Beide Einrichtungen hatten bis zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten jeweils getrennt wesentliche Funktion einer Nationalbibliothek wahrgenommen.

"Die Deutsche Bibliothek"
Durch die Teilung Deutschlands gab es lange Jahre mit der Deutschen Bibliothek in Frankfurt a.M. (für die Bundesrepublik) und der Deutschen Bücherei in Leipzig (für die Deutsche Demokratische Republik) zwei Institutionen mit fast identischem Aufgabenbereich. Beide Bibliotheken nahmen für ihren Teil Deutschlands nationalbibliothekarische und nationalbibliographische Aufgaben wahr. Die Deutsche Bücherei wurde 1912 durch den Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig gegründet, die Deutsche Bibliothek in Frankfurt a.M. entstand 1946 auf verlegerische und bibliothekarische Initiative hin. Das Deutsche Musikarchiv schliesslich wurde erst seit 1970 durch bundesgesetzlichen Auftrag aufgebaut.
Im Einigungsvertrag wurde 1990 beschlossen, die drei Einrichtungen zu einer Organisationseinheit unter dem Begriff "Die Deutsche Bibliothek" zusammenzufassen. Seitdem gibt es einen gemeinsamen Geschäftsgang für Deutsche Bibliothek und Deutsche Bücherei, bei allerdings nach wie vor identischem Sammelauftrag.

Archivbibliothek mit Pflichtexemplarrecht
Jeder deutsche Verlag ist verpflichtet entweder an die Deutsche Bücherei oder an die Deutsche Bibliothek zwei kostenlose Exemplare jeder Publikation abzuliefern. Welche Bibliothek zuständig ist, richtet sich nach dem Bundesland, in dem der Verlag seinen Sitz hat. Ein weiteres Pflichtexemplar hat der Verleger an die zuständige Landes- bzw. Regionalbibliothek abzuliefern. Die Deutsche Bücherei betreut die neuen Bundesländer sowie Nordrhein-Westfalen, die Deutsche Bibliothek alle anderen alten Bundesländer. Die Bearbeitung der Pflichtexemplare erfolgt bei der jeweils zuständigen Bibliothek, die andere erhält das fertig bearbeitete Exemplar zur Archivierung.

Präsenzstatus
Alle Einrichtungen der Deutschen Bibliothek haben Präsenzcharakter. Ihre Bestände werden in der Regel auf Bestellung aus den Magazinen geholt und zur Nutzung im Lesesaal bereitgestellt. Eine Möglichzeit zur Ausleihe vor Ort besteht nicht. Am Leihverkehr nimmt "Die Deutsche Bibliothek" nur teil, falls ein Titel in keiner anderen deutschen Bibliothek vorhanden ist.

Nationalbibliographie
Die von der Deutschen Bibliothek herausgegebene Deutsche Nationalbibliographie ist das Verzeichnis der deutschsprachigen Neuerscheinungen und Neuauflagen (Deutschland und Ausland) sowie der fremdsprachigen Neuerscheinungen, die in Deutschland verlegt werden. Die Nationalbibliographie gliedert sich in mehrere Reihen:

  • Reihe N: Vorankündigungen (CIP), wöchentlich
  • Reihe A: Publikationen der Verlage, wöchentlich
  • Reihe B: Publikationen ausserhalb der Verlage, wöchentlich
  • Reihe C: Landkarten, vierteljährlich
  • Reihe G: Germanica und Übersetzungen deutschsprachiger Werke, vierteljährlich
  • Reihe H: Hochschulschriften, monatlich
  • Reihe M: Musikalien und Musikschriften, monatlich
  • Reihe T: Musiktonträger, monatlich

Seitenanfang

Sammlung deutscher Drucke
Deutschsprachige Literatur, die vor 1913 erschienen und somit nicht mehr durch die Sammlungen der Deutschen Bibliothek abgedeckt ist, wird dezentral von 5 grossen Universalbibliotheken, getrennt nach Erscheinungsjahren, gesammelt. Koordiniert wird das Vorhaben in einer Arbeitsgemeinschaft.An der "Sammlung deutscher Drucke" sind beteiligt:

Mit den Verzeichnissen der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 16. (VD 16) bzw. des 17. Jahrhunderts Projekten (VD 17) wird der ehrgeizige Versuch unternommen, für diese Zeiträume retrospektive Nationalbibliographien zu erstellen. Die Verzeichnung aller (auch nicht im deutschen Sprachraum erschienener) Drucke des 15. Jahrhunderts verfolgt der Gesamtkatalog der Wiegendrucke. Seit 1925 sind bisher zehn Bände erschienen, der Elfte wird mit dem Buchstaben H abschließen. Einen guten Überblick zu dem Thema und den damit verbundenen Verzeichnissen bietet das Net-Lexikon.


Zentrale Fachbibliotheken
Die Zentralen Fachbibliotheken sind Spezialbibliotheken von nationaler Bedeutung und werden gemeinschaftlich von Bund und Ländern gefördert. Sie ergänzen die Sammeltätigkeit der Staatsbibliotheken in Berlin und München im Bereich der angewandten Wissenschaften und erfüllen somit einen Teil der nationalbibliothekarischen Aufgaben in Deutschland.


Sondersammelgebiete
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat seit 1949 ein System zur überregionalen Literaturversorgung entwickelt. Die Gesamtheit der Wissenschaften wurde in 110 Gebiete gegliedert, die als "überregionale Sammelschwerpunkte" von den o.g. Zentralbibliotheken, 17 grossen wissenschaftlichen Bibliotheken und 16 Spezialbibliotheken betreut werden. Zu den Sammelschwerpunkten und den entsprechende Bibliotheken siehe: http://webis.sub.uni-hamburg.de/

Seitenanfang

Hochschulbibliotheken
Die Hochschulbibliothek oder Universitätsbibliothek ist die zentrale öffentliche wissenschaftliche Bibliothek einer Hochschule. Neben Universitätsbibliotheken gehören dazu in erster Linie die Bibliotheken der Fachhochschulen. Ihre Sammlung hat universellen Charakter und weist i.d.R. über 1.000.000 Medieneinheiten (MEs) sowie mehr als 5.000 laufend gehaltene Zeitschriften auf. Zu den größten Universitätsbibliotheken gehören die Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, die Universitätsbibliothek Leipzig sowie die Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Einige Universitätsbibliotheken nehmen mehrere Funktionen wahr. So gibt es Universitäts- und Landesbibliotheken (ULB Halle oder Thüringer ULB), Universitäts- und Stadtbibliotheken (USB Köln, StUB Frankfurt a.M.), Staats- und Universitätsbibliotheken (SuUB Bremen oder SuUB Hamburg) oder Universitäts- und Forschungsbibliotheken (UFB Erfurt/Gotha). Die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek in Dresden führt gar drei Funktionen in ihrem Titel. Hauptaufgabe von Bibliotheken diesen Typs ist die Erbringung von Dienstleistungen für Forschung, Lehre und Studium an der jeweiligen Hochschule sowie für Wirtschaft und Wissenschaft der Region. Ca. 40% der Nutzer sind keine Universitätsangehörigen. Zu den weiteren Aufgaben gehören die zentrale Archivierung älterer Literatur, Teilnahme an Leihverkehr und Verbünden sowie die Unterhaltung eines Informationszentrums sowie einer Lehrbuchsammlung. Die Haushaltsmittel für die jeweilige Hochschulbibliothek werden meist in Relation zu Fächern, Studenten und Lehrstühlen berechnet.

Einschichtige Systeme
Zu diesem Typus gehören alle Hochschulbibliotheken in den neuen Bundesländern sowie die Neugründungen in den alten Bundesländern seit den 1960er Jahren (z.B. UBs in Bochum, Duisburg-Essen, Siegen oder Wuppertal). Hier sind die Bereichsbibliotheken der Zentralbibliothek organisatorisch unterstellt, Sach- und Formalerschließung sowie Erwerbungsrichtlinien sind vereinheitlicht um zusätzliche Arbeit und Doppelerwerbungen zu vermeiden.

Zweischichtige Systeme
Zeischichtige Bibliothekssysteme sind an älteren Universitätsbibliotheken vertreten, die in einigen Fällen aus Hofbibliotheken hervorgegangen sind (z.B. UBs in Heidelberg, Mannheim oder Würzburg). Neben einer Zentralbibliothek existieren mehr oder minder selbständige Fachbereichs-, Instituts-, Seminar- oder Lehrstuhlbibliotheken. Dieses personalintensive und ineffiziente Nebeneinander soll in vielen Bibliotheken dieses Typs durch Maßnahmen wie die Zusammenfassung zu größeren Einheiten oder einer Erwerbungsabstimmung gelindert werden.

Demgegenüber sind die Bibliotheken der Fachhochschulen einschichtig organisiert, oft aber dezentral auf mehrere Standorte verteilt. Für Lehrende und Studierende ihrer meist praxisorientierten und/oder technischen Studiengängen halten sie auch Firmenschriften, Patentinformation, Normen und technische Regelwerke sowie anwendungsbezogene Fachzeitschriften vor. Die Bestände sind kleiner als an Universitätsbibliotheken (weniger als 1 Mio. MEs), eine Archivierung ist nicht unbedingt notwendig.

Seitenanfang

Landesbibliotheken
Wie bereits erwähnt, ist dieser Typus eine deutsche Besonderheit, die in der förderalen Struktur begründet liegt. Zu den Aufgaben der Landesbibliotheken gehört die Sammlung, Erschließung, Bereitstellung der Literatur aus dem betreffenden Bundesland oder Landesteil. Um diesem Auftrag gerecht zu werden, besitzen Landesbibliotheken, wie die Deutsche Bibliothek auch, ein Pflichtexemplarrecht. Daneben erfüllen sie aber auch einen regionalen Sammelauftrag, indem sie auch Literatur über das jeweilige Land oder die Region sammeln. In den jeweiligen Landesbibliograhien werden sowohl Monographien als auch Aufsätze mit Landesbezug verzeichnet. Metasuche für alle deutschen Landesbibliographien ist die Virtuelle Deutsche Landesbibliographie.
Je nach Organisation werden die Landesbibliographien in den Bundesländern entweder von einer Bibliothek alleine oder von mehreren in Kooperation erstellt. Weiterhin sind Landesbibliotheken die zentrale wissenschaftliche Gebrauchsbibliothek ihrer Region und tragen darüber hinaus durch Ausstellungen oder Lesungen viel zur regionalen Kulturarbeit bei. Beispiele für Bundesländer mit nur einer Landesbibliothek sind Mecklenburg-Vorpommern (Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommmern in Schwerin) oder das Saarland (Saarländische ULB in Saarbrücken). In vielen Bundesländern existieren jedoch mehrere Landesbibliotheken. Die Arbeitsteilung erfolgt dann meist nach Regierungsbezirken. In Nordrhein-Westfalen nimmt z.B. die ULB Bonn das Pflichtexemplarrecht für den Regierungsbezirk Köln, die ULB Düsseldorf jenes für den Regierungsbezirk Düsseldorf und die ULB Münster das Recht auf Pflichtexemplare in den Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold und Münster wahr. Wie bereits unter "Nationalbibliothek" am Beispiel der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart sowie der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe beschrieben, gibt es Landesbibliotheken, die auf historische Einrichtungen, meist Hofbibliotheken, zurückgehen aber auch Neugründungen mit klar umrissenen Aufgaben. Zu Letzteren zählen die Rheinische LB in Koblenz oder die Pfälzische LB in Speyer. In Deutschland gibt es 43 Landes- und Regionalbibliotheken, die in der Arbeitsgemeinschaft der Regionalbibliotheken - AG der Sektion 4 des Deutschen Bibliotheksverbandes - organisiert sind.

Spezialbibliotheken
Spezialbibliotheken bilden eine starke heterogene Gruppe von Einrichtungen, die sich hinsichtlich Größe, Sammelauftrag oder Trägerschaft erheblich unterscheiden. Fachlich sind Bibliotheken diesen Typs auf den Bedarf der sie tragenden Einrichtung bezogen, sie besitzen keinen universalen Sammelauftrag. Ihre vorrangige Aufgabe ist die interne Literatur- und Informationsversorgung einer eng begrenzten Zielgruppe auf definierten Fachgebieten. Die Arbeit in Spezialbibliotheken weist einen hohen Praxisbezug auf und die Arbeitsschwerpunkte verschieben sich immer mehr in den dokumentarischen Bereich. Oft arbeitet nur eine haupt- oder nebenamtliche Kraft in Bibliotheken diesen Typs. Der Spezialbibliothekar istsomit oft Generalist und muss neben seinen fachlichen Qualifikationen auch Belastbarkeit, Eigenverantwortlichkeit sowie eine strikte Serviceorientierung mitbringen. Um den fachlichen Austausch besonders dieser isolierten "OPLer" zu födern, sind viele Spezialbibliotheken in Arbeitsgemeinschaften organisiert. So existiert als Sektion 5 im Deutschen Bibliotheksverband die Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken (ASpB). Fachlich spezialisierter sind die Arbeitsgemeinschaft der Kunst- und Museumsbibliotheken (AKMB), die Arbeitsgemeinschaft meereskundlicher Bibliotheken (AMB) oder die Arbeitsgemeinschaft der Parlaments- und Behördenbibliotheken (APBB).
Zu Bibliotheken öffentlicher Forschungseinrichtungen gehören beispielsweise jene der Max-Planck-Institute (z.B. M.-P.-I. für Züchtungsforschung) oder der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Neben Gemeindebibliotheken, die zur Gruppe der Öffentlichen Bibliotheken zählen, unterhalten kirchliche Träger auch Spezialbibliotheken wie z.B. die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln. Verbände, Kammern oder Stiftungen sind weitere Träger von Bibliotheken mit spezialisierten Beständen. Beispiele sind die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung oder die Wirtschaftsbibliothek der IHK Köln. Die Kékulé-Bibliothek der Bayer AG steht für den relativ seltenen Typ der Spezialbibliothek eines Großunternehmens mit Forschungsabteilung. Zusammengenommen gibt es ca. 2.700 Spezialbibliotheken in Deutschland.

Seitenanfang

Forschungsbibliotheken
Diese kleine aber bedeutende Bibliotheksgruppe richtet sich an einen kleinen Benutzerkreis von Forschern und Wissenschaftlern mit sehr speziellen Interessen. Der Schwerpunkt ihrer Bestände liegt in den Geistes- und Kulturwissenschaftlern, deren Lehrenden und Forschenden sie gleichsam als "Laboratorium" dienen soll. Bibliotheken dieser Gattung können auf umfangreiche historische Sammlungen zurückgreifen, was in einigen Fällen in ihrer Geschichte als fürstliche Hofbibliothek begründet liegt. Die Altbestände sind meist nicht für die Ausleihe bestimmt, nehmen nicht am Leihverkehr teil und können oft in den Einrichtungen selbst restauriert werden. Forschungsbibliotheken geniessen institutionelle Unabhängigkeit und sind z.T. als Stiftungen organisiert.

Die wichtigsten deutschen Forschungsbibliotheken sind:

Öffentliche Bibliotheken
Der Ursprung unserer heutigen öffentlichen Büchereien liegt in den im 19. Jahrhundert zur Volksbildung entstandenen Volksbüchereien, die hauptsächlich Belletristik sowie Kinder- und Jugendliteratur in ihren Beständen führten. Die heute noch in einigen Städten (Trier, Mainz) existierenden Wissenschaftlichen Stadtbibliotheken gehen meist auf mittelalterliche Ratsbibliotheken (in Nürnberg bereits 1370 bezeugt) zurück. Öffentliche Bibliotheken richten sich mit ihrem Angebot an die gesamte Bevölkerung und erreichen mit Abstand die meisten Bürger. Ihre vielfätigen Aufgaben erstrecken sich von der professionellen und systematischen Befriedigung der Informationsbedürfnisse der Bevölkerung, über die Förderung von Lesefähigkeit un Medienkompetenz, bis hin zur Förderung der Integration und des sozialen Miteinanders in der Kommune. Zu den Sonderformen gehören Jugendbibliotheken, Schulbibliotheken, Mediotheken, Musikbibliotheken, Patientenbibliotheken, Truppenbüchereien, Blindenbibliotheken, Fahrbibliotheken oder Gefängnisbibliotheken. In den größeren Städten sind Öffentliche Bibliotheken als Bibliothekssystem mit Zentrale und Zweigstellen ausgeprägt.


Weiterführende Literatur:
  • Hacker, P. (1992): Bibliothekarisches Grundwissen. Insbes. erster Teil: Bibliothek und Bibliothekswesen. München: Saur.
  • Plassmann, E.; Schmidt, J. (1999): Das Bibliothekswesen der Bundesrepublik Deutschland. Wiesbaden: Harrassowitz.
  • Umlauf, K. (2001): Funktion, Struktur und Typologie des Bibliothekswesens, Bibliothekspolitik. Folien zur Lehrveranstaltung. - Berlin: Institut für Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin (Berliner Handreichungen zur Bibliothekswissenschaft 91). [Online-Version]
  • Verein Deutscher Bibliothekare (Hrsg.) (2003): Jahrbuch der Deutschen Bibliotheken, Band 60 2003/2004. Wiesbaden: Harrassowitz. - [Mit unverzichtbarem Zahlenmaterial zu den wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland.]
  • Leskien, H. (1998): Nationalbibliothek? In: 88. Deutscher Bibliothekartag (ZfBB Sonderheft 75): 13-27.
  • Weber, J. (1997): Forschungsbibliotheken im Kontext. In: ZfBB 44, H.2.
Seitenanfang

Letzte Aktualisierung: 01.09.2006     Impressum